Einsprache gegen Abbruch des Wohnhauses Bernstrasse 3 eingereicht

Pünktlich zum Fristablauf am 11. August hat die GFL Zollikofen eine detailliert begründete Einsprache gegen den Abbruch des fast zweihundertjährigen Wohnhauses an der Bernstrasse 3 eingereicht. Dem zuständigen Regierungsstatthalteramt Bern-Mittelland wird beantragt, die Bewilligung für den Abbruch mangels rechtskräftigem Abbruchbeschluss des zuständigen Gemeindeorgans nicht zu erteilen.

Zur Begründung macht die GFL-Einsprache geltend, dass

  1. der Entscheid des Grossen Gemeinderats (GGR) von 2011 gegen einen Abbruch des Gebäudes weiterhin gelte,
  2. die Kompetenz für einen Abbruchentscheid aufgrund der damaligen Argumentation des Gemeinderates auch 2017 beim GGR liege und
  3. der vom Gemeinderat am 12. Juni 2017 beschlossene Nachkredit für den Abbruch nicht rechtmässig sei.

Zudem argumentiert die GFL, dass ein Abbruch des historisch einmaligen Hauses * unverhältnismässig und in mehrfacher Hinsicht nachteilig wäre – nachteilig insbesondere:

  1. fürs Ortsbild am Dorfeingang von Zollikofen wie auch für den ganzen Bereich entlang der Bernstrasse (insbesondere auch im Hinblick darauf, dass mit dem sich abzeichnenden Abbruch des erhaltenswerten „Bären“-Gebäudes weitere bauliche Zeugen aus der Geschichte Zollikofens verschwinden werden),
  2. für die Erfüllung von Gemeindeaufgaben (u.a. die Erhaltung preisgünstiger Wohnungen gemäss Kantonsverfassung sowie „soziale Zwecke“ gemäss geltendem und revidiertem Baureglement) sowie
  3. für die Gemeindefinanzen (Vernichtung real vorhandener Vermögenswerte, gewissermassen „stille Reserven“ bzw. „Volksvermögen“).

Für den Fall, dass der Regierungsstatthalter dem Hauptantrag der GFL-Einsprache nicht folgen sollte, ist der Eventualantrag gestellt, den Entscheid über die Abbruchbewilligung so lange aufzuschieben, bis der Grosse Gemeinderat (GGR) über parlamentarische Vorstösse und die Volksmotion entschieden hat, die bis zur nächsten GGR-Sitzung (30. August 2017) eingereicht werden. Die GFL ist daran, einen Vorstoss auszuarbeiten und mit dem Antrag auf dringliche Behandlung einzureichen..

So oder so soll gemäss einem Zusatzantrag der GFL-Einsprache die Kündigung des Mietverhältnisses aufgehoben oder zumindest sistiert werden, bis ein rechtsgültiger Entscheid über den Abbruch gefällt ist und umgesetzt werden kann.

 

* Informationen zur Geschichte des ehemaligen Bauernhauses an der Bernstrasse 3 (erhaltener Teil des früheren „Steinibachguts“) aus dem Buch „Zollikofen. Eine Dorfchronik“ (Berner Heimatbücher, Haupt-Verlag Bern, 1991, 203 Seiten):

Auszug zum Herunterladen: Steinibachgut_Auszug_Dorfchronik_Zollikofen