GGR-Sitzung vom 16. Oktober (II): Bauvorschriften fürs Bärenareal: dank der GFL verbessert, aber…

Stellen Sie sich vor: Der Besitzer des Bären-Areals, ein erfahrener Architekt und Generalunternehmer aus Ittigen, will hier in Zollikofen 83 Wohnungen bauen. Und er plant dafür eine teure Einstellhalle und findet, dass angesichts der hervorragenden Erschliessung mit öffentlichem Verkehr 45 Auto-Abstellplätze für die Bewohner reichen: knapp 0,6 Parkplätze pro Wohnung. Ein erfreulicher Schritt in Richtung autoarme Überbauung, wie sie die GFL von Anfang an gefordert hat.

Doch bei der Beratung der Bauvorschriften hat der GGR beschlossen, der Unternehmer müsse mehr als doppelt so viel teure Abstellplätze bauen können: 1,25 Parkplätze pro Wohnung. Aus Sicht der GFL ist dieser Entscheid sehr bedauerlich: Er setzt nicht nur ein ökologisch völlig falsches Signal, sondern widerspricht auch jeder ökonomischen Logik. Die GFL vertraut darauf, dass der Bärenareal-Besitzer mit seiner Planung Wort hält und nicht mehr als 0,6 Abstellplätze pro Wohnung bauen wird.

Vom unverständlichen Entscheid zur Abstellplatz-Zahl abgesehen, hat die GFL-Fraktion mit ihren Anliegen beim Gemeinderat und im GGR erfreulich viel Gehör gefunden. So wurden, ausgelöst durch GFL-Anträge, folgende Vorschriften ins Baureglement aufgenommen:

  • Durch den Innenhof der Überbauung muss der Fussweg rollstuhlgängig sein.
  • Ein Teil der Abstellplätze ist mit Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge auszurüsten.
  • Es ist mindestens ein Abstellplatz für Car-Sharing-Fahrzeuge (z.B. Mobility) zu reservieren.
  • Entlang der Bernstrasse muss eine Baumreihe gepflanzt werden.
  • Es ist sicherzustellen, dass für die Zu- und Wegfahrt zur Einstellhalle der Tannenrain hinunter zur Aarestrasse nicht als Schleichweg genutzt wird.
  • Für den Fall, dass der versprochene Wärmeverbund nicht realisiert werden kann, muss für Warmwasser und Raumwärme Sonnenenergie genutzt werden.

Die GFL hat erfreut zur Kenntnis genommen, dass der angestrebte Wärmeverbund Unterzollikofen auf guten Wegen ist. Er soll mit Holzschnitzeln betrieben werden und kann mit Biogas für den Spitzenbedarf sogar zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben werden. Damit und mit den beschlossenen Bauvorschriften bestehen gute Aussichten, dass nach dem Abbruch des «Bären» eine vorbildliche Überbauung entstehen kann, auf die Zollikofen in Zukunft auch stolz sein kann.

Für die GFL-Fraktion im GGR: Bruno Vanoni