JA zur Initiative «Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern»

Heute besitzen 1,9 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz die Hälfte aller Vermögenswerte. Die Erträge daraus – zum Beispiel Dividenden – werden immer tiefer besteuert.

Die Volksinitiative „Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern“ will Gegensteuer geben. Sie verlangt, dass Kapitaleinkommen ab einer bestimmten, gesetzlich noch festzulegenden Höhe stärker besteuert werden als Lohneinkommen. Konkret sollen Kapitaleinkommen beispielsweise über 100’000 Franken anderthalbfach gezählt werden. Betroffen sind insbesondere hohe Einkommen aus Dividenden, Aktiengewinnen, Zinsen und Mieteinnahmen. Mit den dadurch erzielten zusätzlichen Steuereinnahmen können die Einkommenssteuern für Personen mit tiefem und mittlerem Löhnen gesenkt oder die Krankenkassenprämien stärker verbilligt werden.

Ein gängiges Gegenargument lautet, die Initiative schade den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Jedoch sind KMU von der höheren Besteuerung nicht betroffen, da die Initiative gar nicht auf Unternehmen zielt, sondern nur das reichste Prozent der steuerpflichtigen Privatpersonen stärker besteuern will. Für 99 Prozent der Steuerpflichtigen hat sie keine negativen Auswirkungen (deshalb wird sie auch 99-Prozent-Initiative genannt).

Die meisten EigentümerInnen von KMU erreichen niemals ein Kapitaleinkommen von mehr als 100’000 Franken pro Jahr. Wenn sie sich selber einen Lohn bezahlen, müssen sie diesen nicht höher versteuern. Sie können also von der Initiative ebenso wie der grosse Rest der Bevölkerung nur profitieren: dank steuerlicher Entlastung bei den Lohneinkommen, dank Prämienverbilligung und besseren öffentlichen Dienstleistungen.

Die Initiative führt so zu mehr Steuergerechtigkeit und zu einer gleichmässigeren Vermögensverteilung. Darum stimmen wir am 26. September JA.

Für den GFL-Vorstand: Anna Badertscher, Mitglied des Grossen Gemeinderats

Weitere Abstimmungsempfehlungen für den 26. September:

  • JA zur Ergänzung der Kantonsverfassung mit einem Klimaschutz-Artikel: Gut für den Kanton Bern, gut fürs Klima – und auch gut für Zollikofen!
  • JA zur «Ehe für alle»