NEIN zur Reform AHV 21, weil damit einzig die Frauen bestraft werden!

Grundsätzlich bin ich mit dem Prinzip der Gleichstellung von Frau und Mann einverstanden, auch mit einem gleichen Rentenalter für beide. Aber ich bin nicht dafür, wenn das Vorhaben exklusiv auf dem Buckel der Frauen gestaltet wird.

Die aktuelle Reform namens AHV 21 hat zum Ziel die Stabilisierung der AHV, so dass die Renten für die nächsten zehn Jahre gesichert werden. Zu diesem Zweck sind einerseits Einsparungen vorgesehen (durch die Erhöhung des Rentenalters der Frauen auf 65 Jahre, was rund 9 Milliarden Franken in 10 Jahren ergibt). Anderseits werden Mehreinnahmen beschafft (durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer (MWST) um 0,4%, was schätzungsweise 12,4 Milliarden in 10 Jahren einbringt).

Die Altersrenten der Frauen (AHV, 1. Säule, und BVG, 2. Säule) sind ein Drittel niedriger als jene der Männer. Die vorgesehenen Sparmassnahmen würden die Frauen nochmals bestrafen. Die Ausgleichsmassnahmen ändern nichts an der Tatsache, dass einzig die Frauen zur Kasse gebeten werden. Dazu ist es illusorisch zu denken, dass die Flexibilisierung des AHV-Alters (gegen oben) den meisten Frauen dient. Wer will (und kann) noch nach 65 weiterarbeiten?

Für die Frauen, die künftig ein Jahr länger arbeiten müssten, würde dies eine signifikante Senkung der Rente bedeuten (ca. 1200 Franken pro Jahr). Dazu kommt, dass die vorgesehene Erhöhung der MWST von 0,4% die Preise verteuern wird, was auf den kleinen Budgets eine grössere Auswirkung hat. Deshalb sage ich NEIN zur Reform AHV 21 und NEIN zur Erhöhung der Mehrwertsteuer.

Für den GFL-Vorstand: Anne-Lise Greber-Borel

> Weitere Informationen zur Reform AHV 21

Weitere Abstimmungsempfehlungen für den 25. September:

  • JA zur Änderung der Kantonsverfassung (Stimmrecht 16), damit die Jugend bereits früh über ihre Zukunft mitentscheiden kann
  • JA zur Volksinitiative gegen die Massentierhaltung, weil sie das Tierwohl stärkt und eine bäuerliche, standortgerechte Landwirtschaft fördert.
  • NEIN zur Teil-Abschaffung der Verrechnungssteuer, weil sie dem Staat Mindereinnahmen beschert, Steuerhinterziehung ermöglicht und nur wenigen Konzernen und Grossanlegern dient.