Organspenden – auch künftig nicht gegen den Willen der Betroffenen! Deshalb: JA zum Transplantationsgesetz

Die Änderung des Transplantationsgesetzes bringt bei der Organspende einen Systemwechsel zur sogenannten erweiterten Widerspruchslösung. Das heisst: Wer nach seinem Tod keine Organe spenden möchte, soll dies neu festhalten müssen. Bisher gilt das Umgekehrte: Eine Spende ist nur möglich, wenn eine Zustimmung vorliegt. Der Wechsel zur Widerspruchslösung trägt dazu bei, dass bei denjenigen Personen, die ihre Organe spenden möchten, auch tatsächlich eine Organtransplantation vorgenommen werden kann. Heute wird dies oftmals von den Angehörigen abgelehnt, weil der Wille der verstorbenen Person nicht bekannt ist und die Angehörigen an ihrer Stelle entscheiden müssen.

Beim vorgeschlagenen Systemwechsel wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass eine Person ihre Organe spenden will, wenn sie keinen Widerspruch deponiert hat. Doch auch in diesem Fall können die Angehörigen die Entnahme von Organen noch verhindern, wenn dies dem mutmasslichen, aber eben nicht offen deklarierten Willen der verstorbenen Person entspricht. Sind keine Angehörigen erreichbar, dürfen keine Organe entnommen werden.

Grundsätzlich führt der Systemwechsel dazu, dass sich jede und jeder frühzeitig damit auseinandersetzt, ob seine oder ihre Organe gespendet werden sollen oder nicht. Es ist in jeder schwierigen Entscheidsituation eine grosse Entlastung, wenn die beteiligten Personen wissen, was die oder der Betroffene gewollt hätte.

Es wird also auch mit dem neuen System jeder Mensch weiterhin selber entscheiden können, ob er oder sie Organe spenden will. Darum sage ich am 15. Mai JA zur Änderung des Transplantationsgesetzes.

Für den GFL-Vorstand: Anna Badertscher, Mitglied des Grossen Gemeinderates

Weitere GFL-Parolen für die Volksabstimmung vom 15. Mai:

  • JA zur Revision des Filmgesetzes, zur Förderung von Vielfalt und von Schweizer Filmen
  • NEIN zur Erhöhung des Schweizer Beitrags an die EU-Grenzschutzagentur Frontex, weil diese Menschen- und Asylrechte missachtet
  • – JA zur Änderung der Kantonsverfassung, damit der Grosse Rat künftig Volksvorschläge nicht mehr austricksen kann.